Solarworld: Applaus für China-Strafzölle – Umsatzziel aber gefährdet

Solarworld: Applaus für China-Strafzölle – Umsatzziel aber gefährdet

Der Solarworld-Konzern sieht Risiken, im laufenden Jahr das Umsatzziel zu verpassen. Der Grund dahinter ist eine Verschiebung bei den Absätzen in Richtung Solarmodule, die im ersten Halbjahr zu sehen war. „Wenn sich der Absatz im 2. Halbjahr 2014 wie im bisherigen Jahresverlauf weiter in Richtung Modulliefergeschäft verschiebt, dann ist es aus heutiger Sicht wahrscheinlich, dass das Ziel, den Konzernumsatz im Jahr 2014 auf mehr als 680 Millionen Euro zu steigern, nicht voll erreicht wird“, melden die Bonner am Montag. Sondereffekte vor allem aus der finanziellen Sanierung werden 2014 für einen dreistelligen Millionengewinn sorgen. Das EBITDA solle ohne Sondereffekte positiv ausfallen, kündigt Solarworld an, nennt allerdings kein konkretes bereinigtes Gewinnziel auf operativer Ebene.

Im ersten Halbjahr habe man den Absatz um 53 Prozent auf 357 Megawatt vergrößert, so die Rheinländer weiter. Man habe Wachstumsimpulse vor allem in den USA, Großbritannien und Frankreich verzeichnet, während in Deutschland das Geschäft schwach verlaufen ist – wenig überraschend allerdings aufgrund der politischen Unsicherheiten um die Branche. Der Umsatz hat sich schwächer als erwartet von 201 Millionen Euro auf 228 Millionen Euro gesteigert, meldet Solarworld. Bereinigt um Sondereffekte hat der Konzern das EBITDA um 38 Millionen Euro auf einen kleinen Gewinn von rund einer Million Euro gesteigert. Vor Zinsen und Steuern sorgen Sondereffekte für einen Gewinn von 81 Millionen Euro nach einem Verlust von 59 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die liquiden Mittel beziffert Solarworld auf 159 Millionen Euro.

Solarworld begrüßt neue China-Strafzölle in den USA

Die Einführung weiterer vorläufiger Einfuhrzölle durch die US-Regierung auf importierte Solarstromprodukte aus China und Taiwan wird von Seiten Solarworld begrüßt. Konzernchef Frank Asbeck (Bild) spricht von einem wichtigen Schritt zur Wiederherstellung von echtem Wettbewerb auf dem für Solarworld zunehmend wichtigen US-Markt. Die US-Tochtergesellschaft hatte sich massiv für solche Strafzölle eingesetzt, geklagt und Dumpingpreise chinesischer Anbieter als Begründung genannt. Früher bereits eingeführte Strafzölle hatten chinesische Anbieter „umgangen, unter anderem dadurch, dass sie Solarzellen aus Taiwan statt aus China verwendeten“, so das Unternehmen. Noch 2014 wird in den USA entschieden, ob die Zölle, die von anderer Seite aus der Solarindustrie kritisch gesehen werden, Bestand haben werden.

Die Solarworld-Aktie notiert am Montagnachmittag bei 14,89 Euro mit 1,29 Prozent im Plus. Abzuwarten bleibt allerdings, ob der Aktienkurs den Schwung vom Mittwoch wieder aufnehmen kann, als das Papier auf Schlusskursbasis um fast 20 Prozent geklettert war, das Tageshoch wurde bei 16,755 Euro notiert. Am Donnerstag und Freitag gaben die Notierungen wieder nach.

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Michael Barck

Chefredakteur cleantechaktien.de

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