SMA Solar: Branche lässt Dynamik vermissen – Gewinnwarnung

SMA Solar: Branche lässt Dynamik vermissen – Gewinnwarnung

Die Geschäfte bei SMA Solar Technology laufen nicht wie erhofft. Der Solarenergiekonzern senkt am Mittwoch die Prognosen für das laufende Jahr deutlich, die Aktie kommt daraufhin massiv unter Druck. Gestern ging das Papier mit 25,95 Euro aus dem XETRA-Handel, am Mittwochvormittag fällt die TecDAX-notierte Solarenergieaktie bis auf 23,31 Euro zurück, kann sich danach aber erst einmal wieder etwas erholen. Mit dem Kursabsturz rutscht die SMA-Aktie trotz der Erholung erst einmal unter die wichtige charttechnische Unterstützungszone oberhalb von 25,35 Euro. Zwischen 21,70 Euro und 22,60 Euro erstrecken sich nun weitere stärkere Supportmarken für die Solarenergieaktie.

„Nach intensiven Gesprächen mit Kunden auf den Leitmessen in China, Europa und Nordamerika sowie eigenen Marktanalysen rechnen wir im Gesamtjahr 2014 weltweit mit einer stagnierenden Nachfrage nach Solarstromsystemen. Insbesondere in den Kernmärkten Europas ist die Nachfrage aufgrund von weiteren Förderkürzungen noch stärker als erwartet eingebrochen“, begründet das Unternehmen die heutigen Nachrichten. Der Umsatz soll nur noch zwischen 0,85 Milliarden Euro und 0,95 Milliarden Euro liegen, vorher hatte SMA Solar bis zu 1,3 Milliarden Euro angepeilt. Damit sind rote Zahlen wahrscheinlich, die Gesellschaft selbst rechnet im besten Fall mit einem ausgeglichenen Ergebnis, der Verlust könne aber auch bis zu 45 Millionen Euro betragen. Zuvor hatte man noch darauf gehofft, bis zu 20 Millionen Euro Gewinn erzielen zu können.

600 Arbeitsplätze bei SMA Solar vor dem Aus

Zwar geht SMA Solar davon aus, dass die kommenden Monate eine bessere Dynamik bringen als die schwache erste Jahreshälfte, dennoch will man Kosten senken. Laut Konzernchef Pierre-Pascal Urbon sei „ein weiterer Mitarbeiterabbau im In- und Ausland aufgrund der Marktveränderungen unvermeidbar“. Man will bis Ende 2015 weltweit 600 Arbeitsstellen streichen. Zudem wolle man Einkaufskosten senken, auch über die chinesische Tochtergesellschaft Zeversolar, „Synergien aus der strategischen Allianz mit Danfoss nutzen“ und die Ausgaben für Entwicklungen auf 90 Millionen Euro senken – hier werde man sich stärker auf einzelne Projekte konzentrieren, heißt es. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sollen neue Wechselrichter vom Solarenergieunternehmen an den Markt gebracht werden. Für die Restrukturierung sieht Urbon die Gesellschaft finanziell gewappnet – man hat rund eine viertel Milliarde Euro liquide Mittel zur Verfügung.

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Michael Barck

Chefredakteur cleantechaktien.de

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