Nordex-Bilanz: Beim Ausblick hatte sich die Börse mehr erhofft

Nordex-Bilanz: Beim Ausblick hatte sich die Börse mehr erhofft

Bei Nordex verlaufen die Geschäfte wie erwartet. Der Windenergiekonzern bestätigt am Freitag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Es soll einen Umsatz zwischen 1,5 Milliarden Euro und 1,6 Milliarden Euro geben, während die Norddeutschen eine operative Gewinnspanne zwischen 4 Prozent und 5 Prozent erreichen wollen. Für den Auftragseingang peilt der TecDAX-notierte Konzern 1,7 Milliarden Euro an, womit das Book-to-Bill-Ratio weiter auf eine positive Entwicklung bei Nordex hindeuten würde. Neue Prognosen für den mittelfristigen Zeitraum will das Unternehmen am 24. September vorlegen.

In der ersten Jahreshälfte hat Nordex einen Umsatz von 815,4 Millionen Euro erzielt und damit die Vorjahressumme um 23,4 Prozent gesteigert. Das operative Ergebnis des Windenergiekonzerns hat sich weit mehr als verdoppelt und liegt vor Zinsen und Steuern bei 37,1 Millionen Euro nach zuvor 15 Millionen Euro. „Grundlage hierfür waren vor allem Skalenerträge“, so Nordex. Unter dem Strich weist die Gesellschaft einen Überschuss von 16,5 Millionen Euro aus, im ersten Halbjahr 2013 waren es noch 1,3 Millionen Euro. Auch die Cashflow-Lage hat sich klar verbessert, operativ hat das Unternehmen einen Cashflow von 91,2 Millionen Euro erzielt und die Summe damit um mehr als 130 Millionen Euro verbessert.

EMEA-Region bleibt Nordex Kernmarkt – trotz USA-Wachstum

Zum Wachstum haben verschiedene Faktoren beigetragen. Prozentual enorm wirkt der Zuwachs in den USA, den das Unternehmen mit einem „hohen dreistelligen Prozentbereich“ beziffert – was einige Medien als „Sensation“ aufgreifen, völlig vergessend, das Nordex hier noch auf einem extrem niedrigen Niveau unterwegs ist. Die wichtigsten Absatzmärkte für das Windenergieunternehmen bleiben neben Deutschland in Europa angesiedelt, vor allem sind dies Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Vom Auftragseingang entfallen 90 Prozent auf die EMEA-Regionen – da relativiert sich die angebliche Sensation in den USA im ersten Halbjahr mit 8,5 Prozent Anteil am Auftragseingang und 15 Prozent Umsatzanteil sehr schnell.

Die Nordex-Aktie reagiert am Morgen gemischt auf die Halbjahresbilanz der Gesellschaft. Vorbörslich ging es zunächst deutlich in die Höhe und neue Kaufsignale winkten. Doch einige Börsianer hatten sich vor allem vom Ausblick mehr erhofft, sodass der Nordex-Aktienkurs am Vormittag sich im Bereich um die wichtige obere Begrenzung einer charttechnischen Widerstandszone bei 14,75/14,95 Euro bewegt. Das bisherige Tageshoch ist bei 15,05 Euro notiert, gegen 9:30 Uhr liegen die Indikationen für die Windenergieaktie allerdings „nur“ noch um 14,73/14,77 Euro.

Weiterführende Links zur Nordex-Aktie und den Zahlen:

Tags: Bilanz, Nordex

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Michael Barck

Chefredakteur cleantechaktien.de

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