Analysten sehen Talsohle bei der Solarenergie durchschritten

Analysten sehen Talsohle bei der Solarenergie durchschritten

In einer Analyse zur Aktie von Wacker Chemie, die von der WGZ Bank verfasst wurde, befindet sich ein interessanter Hinweist auf die Entwicklungen in der Solarenergieindustrie. Der Münchener Chemiekonzern, dessen Aktie im MDAX notiert ist, gehört zu den wichtigen Rohstofflieferanten der Solarzellenproduzenten: Wacker Chemie ist einer der weltweit größten Hersteller von Polysilicium, wie es in der Solarenergieindustrie zum Einsatz kommt. Der Konzern litt lange Zeit unter der starken Konsolidierung im Sektor – Überkapazitäten und Preisdruck reichten bis in die Zuliefererkreise hinein, zu denen auch Wacker Chemie gehört.

Mittlerweile aber, so glauben die Analysten der WGZ Bank, sei in der Solarenergiebranche die Talsohle durchschritten. Es gebe Anzeichen für eine Preiserholung und global steigende Absatzmengen, so die Experten. Ein Beispiel ist der Preis für das Kilogramm Solarsilicium, das vom Tief um 16 Dollar auf mehr als 20 Dollar geklettert ist – verursacht vor allem durch eine hohe Auslastung der Kapazitäten bei Siliciumproduzenten. Allerdings sei die weitere Preisentwicklung ungewiss, schränken die Experten den optimistischen Blick ein und verweisen auf die Risiken, die durch die weiterhin vorhandenen Kapazitäten und neue Werke aufkommen. Wacker Chemie selbst hatte zuletzt den Start einer neuen Anlage auf das kommende Jahr verschoben. Langfristig sei das Wachstum in der Solarenergieindustrie intakt, heißt es. Starke Perspektiven habe die Solarenergiebranche vor allem in den USA und Asien, dagegen stagniere das Geschäft auf dem europäischen Markt infolge der Förderkürzungen, heißt es in der Studie.

Dies ist vor allem für Wacker Chemie interessant, denn trotz des Handelsstreits zwischen China und dem Westen im Solarsektor hat der Münchener Konzern die Möglichkeit, nach China zu exportieren. Die Gesellschaft und der chinesische Staat haben eine entsprechende Vereinbarung getroffen, sodass die Süddeutschen Zugang zu dem Boommarkt haben. In China wurden „umfangreiche Förderprogramme aufgelegt“, so die WGZ Bank. Für die Aktie von Wacker Chemie sehen die Analysten ein Kursziel von 96,00 Euro, aktuell notiert das Papier am Montagnachmittag bei 91,30 Euro mit 0,45 Prozent im Minus.

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Michael Barck

Chefredakteur cleantechaktien.de

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