RobecoSAM: Das Solarenergie-Zeitalter finanzieren

RobecoSAM: Das Solarenergie-Zeitalter finanzieren

Nachdem die Solarenergie lange am Tropf staatlicher Subventionen hing, wird sie jetzt in immer mehr Regionen wettbewerbsfähig und zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für andere Formen der Energieerzeugung. Mit der Verlagerung des Branchenschwerpunktes aus dem subventionslastigen, wolkenverhangenen Europa in die sonnigeren USA und Schwellenmärkte nimmt die Bedeutung der Subventionen ab. Stattdessen sorgen die preisliche Wettbewerbsfähigkeit, die Umstellung auf eine dezentralere, sauberere Energieerzeugung und der enorme weltweite Bedarf für Energieinfrastruktur für eine steigende Nachfrage.

Im Zeitraum 2000 bis Ende 2013 ist die weltweit installierte Solarenergieleistung exponentiell gewachsen: von 1,4 GW auf fast 140 GW.1 Der Ausbau der Solaranlagen erfordert jedoch enorme Investitionen: Die IEA schätzt den Investitionsbedarf für die nächsten 20 Jahre auf mehr als USD 1,3 Billionen.2 Mit dem Abbau der staatlichen Anreize wird eine privatwirtschaftliche Beteiligung an der Finanzierung dieses Wachstums unerlässlich. Um privates Kapital zu aktivieren, bedarf es jedoch neuer Geschäftsmodelle und Finanzierungsstrukturen, die das Risiko für die Kapitalgeber reduzieren.

Neue Finanzierungsstrukturen befeuern den Solarenergieboom

Zu den Finanzierungsansätzen, die vor allem in den USA zunehmend genutzt werden, gehören die Bündelung von Solar-Assets in verbrieften Portfolios, die als börsennotierte Unternehmen (Yield Cos) registriert werden, Tax Equity Funds und Solar-ABS (Asset Backed Securities). MidAmerican zum Beispiel – ein Geschäftsbereich der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway des amerikanischen Investors Warren Buffet – hat 2013 Anleihen für Solarprojekte mit einem Volumen von USD 1 Milliarde zu einer Verzinsung von weniger als 5,5 % begeben.

Derartige Finanzierungsstrukturen erweitern die Anlegerbasis. Das erhöht das für Solarprojekte verfügbare Kapital, senkt die Kapitalkosten und kann staatliche Subventionen potenziell überflüssig machen. Mit dem fortschreitenden Reifungsprozess des Solarsektors erkennen die Investoren, dass Solarprojekte eine relativ gut planbare Stromproduktion und entsprechend vorhersehbare Cashflows ermöglichen. Dadurch sollte der Risikoaufschlag, der für Anlagen in diese Vermögenswerte verlangt wird, künftig weiter sinken.

Durch einen einfacheren und günstigeren Zugang zu Finanzierungen für Solarprojekte sollten Unternehmen entlang der Solar-Wertschöpfungskette weiterhin steigende Volumina, Umsätze und Gewinne erwirtschaften können. Von den erwarteten Kapitalzuflüssen in eine gut gefüllte Pipeline von Solarprojekten dürften insbesondere Hersteller von Solarmodulen und Solarprojektmanager wie SunEdison, SunPower und Canadian Solar profitieren.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne von RobecoSAM. Der Inhalt der Kolumne wird von cleantechaktien nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der cleantechaktien-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von cleantechaktien ausdrücklich ausgeschlossen!

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