Solarworld Aktie: US-Prozessrisiken und eine Herabstufung

Der Aktienkurs des Solarenergiekonzern Solarworld kann im Handel am Mittwoch auf bis zu 14,04 Euro zulegen. In der Mittagsstunde notiert der Anteilsschein des Bonner Unternehmens bei 13,95 Euro nahe Tageshoch und mit 2,09 Prozent in der Gewinnzone. Der Titel war in den Wochen zuvor seit Ende April von 17,60 Euro auf bis zu 13,26 Euro gefallen, die gestern erreicht wurden. An der hier liegenden 200-Tage-Linie ist der Aktienkurs von Solarworld aber nach oben abgeprallt und trifft an der 14-Euro-Marke nun auf eine kleinere Hürde. Darüber erstreckt sich ein deutlich stärkeres Hindernis mit einer Kernzone bei 14,48/14,73 Euro und ergänzenden kleineren Signalmarken drumherum.

Der Kursanstieg kommt trotz einer negativen Analystenstimme zustande: Die WGZ Bank hat ihre Kurszielmarke für die Solarworld Aktie deutlich gesenkt. Das Ziel wird nun bei 14,90 Euro gesehen nach zuvor 19,50 Euro. Zudem wird aus der Kaufempfehlung eine Einstufung mit „Halten“. Hintergrund sind rechtliche Streitigkeiten in den USA zwischen Solarworld und dem Siliziumproduzenten Hemlock, bei denen die Bonner vor Gericht einen Rückschlag haben hinnehmen müssen. Die Experten glauben, dass sich in dem Rechtsstreit das Risiko für Solarworld erhöht habe – ohnehin wird der Streit um Lieferverträge im Gesamtwert von 676 Millionen Dollar von der WGZ Bank als größtes Risiko für die Rheinländer angesehen. Der Ausgang bleibt ungewiss, Solarworld hat keine Rückstellungen gebildet und geht unter anderem davon aus, dass die Lieferverträge gegen kartellrechtliche Vorschriften in Europa verstoßen. Die WGZ Bank geht von einem 35-prozentigen Risiko einer Niederlage von Solarworld aus. Es sei unklar, wie der Konzern dann folgende finanzielle Belastungen auffangen wolle.

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Tags: Solarworld

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Michael Barck

Chefredakteur cleantechaktien.de

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