PNE Wind: Trotz UK-Deal blickt die Börse vor allem auf die Hauptversammlung

PNE Wind: Trotz UK-Deal blickt die Börse vor allem auf die Hauptversammlung

Einen Tag vor der Hauptversammlung von PNE Wind stehen die Anteilsscheine des norddeutschen Windenergiekonzerns im Blickpunkt. Am Montagvormittag geht es im Börsenhandel für den Aktienkurs von PNE Wind auf bis zu 2,40 Euro nach oben, gegen Mittag liegt das Papier bei 2,323 Euro mit 5,3 Prozent im Plus. Der Grund hierfür ist eine neue Unternehmensmitteilung zum Geschäft in Großbritannien. Den Bereich, den man eigentlich in Zusammenarbeit mit einem Investor weiterentwickeln wollte, wird nun komplett verkauft.

„Im Zuge der Gespräche mit Interessenten wurde deutlich, dass Investoren ein großes Interesse an der Übernahme der Mehrheit der Anteile an PNE Wind UK und damit auch der gesamten Projekt-Pipeline haben, was zur Veräußerung des gesamten Geschäfts führte“, meldet die Gesellschaft. An der UK-Tochter halten die Norddeutschen 90 Prozent der Anteile, die nun von einem britschen Investor übernommen werden. Zudem habe dieser „eine Option für den Kauf eines 70 MW-Projektes erhalten, wenn es bestimmte Meilensteine in der Entwicklung erreicht“, so PNE Wind. Den Verkaufpreis beziffern die Cuxhavener auf bis zu etwa 103 Millionen Britische Pfund, umgerechnet rund 141 Millionen Euro. Davon werden allerdings nur 55 Millionen Euro sofort fällig, der Rest entfällt auf Meilensteinzahlungen, so denn diese Meilensteine erreicht werden. Damit ist man aber auch erst einmal seine Wachstumsoptionen auf dem britischen Markt los – ein Wermutstropfen bei dem Deal, den PNE Wind als „Meilenstein in der internationalen Entwicklung“ feiert.

Der Abstimmungs-Showdown im PNE-Machtkampf naht

Für den Vorstand des Konzerns kommt dieser Abschluss zu einem guten Zeitpunkt – am Dienstag ist die Hauptversammlung der PNE Aktionäre, die von einer mittlerweile seit Monaten zunehmend erbittert geführten Auseinandersetzung mit Großaktionär, Aufsichtsrat und Ex-WKN-Eigentümer Volker Friedrichsen geprägt werden wird. PNE Wind wirft Friedrichsen vor, mit zurückgehaltenen Informationen im Rahmen der WKN-Übernahme durch PNE Wind für Millionenschäden gesorgt zu haben. Friedrichsen dagegen kritisiert eine Selbstbedienungsmentalität im Management von PNE Wind – siehe den ausführlichen Bericht auf www.4investors.de. Die Folge sind eine Reihe von Abwahl- und Neubesetzungsanträge auf der morgigen Aktionärsversammlung, die den Streit für eine der beiden Seiten entscheiden sollen.

Die Auseinandersetzungen und die unklare Situation bei der PNE-Tochter WKN AG, die zuletzt wohl Kreditvereinbarungen nicht erfüllen konnte, belasten die Windenergieaktie deutlich. Das Papier stößt bei 2,07/2,14 Euro allerdings auf eine starke charttechnische Unterstützung, die in den vergangenen Monaten immer wieder Abwärtsbewegungen des Aktienkurses von PNE Wind aufgefangen hat – zuletzt am Freitag. Abzuwarten bleibt, ob sich die PNE Aktie nun doch noch über Widerstandsmarken unterhalb von 2,34 Euro bzw. 2,43 Euro etablieren kann, die im bisherigen Tagesverlauf schon im Fokus standen.

Tags: PNE Wind

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Michael Barck

Chefredakteur cleantechaktien.de

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