PNE Wind: Balaton will Aufsichtsrat abwählen lassen – Kaufempfehlung für die Aktie

PNE Wind: Balaton will Aufsichtsrat abwählen lassen – Kaufempfehlung für die Aktie

Wann die außerordentliche Hauptversammlung von PNE Wind stattfinden wird, nachdem die Aktionärsversammlung am 16. Juni vertagt werden musste, ist bis dato unklar. Doch die Anteilseigner des Windenergieunternehmens bringen sich für den drohenden Abstimmungsmarathon bereits in Stellung. Heute hat PNE Wind eine Reihe von Ergänzungsverlangen zur Tagesordnung der kommenden Hauptversammlung gemeldet, die von der Aktionären Deutsche Balaton AG kommen. Von dieser kommt zugleich ein sogenanntes Hauptversammlungseinberufungsverlangen.

Man habe die Verlangen geprüft und halte diese „insgesamt für zulässig“, meldet PNE Wind am Montagmorgen. „Diese Vorschläge spiegeln rein die Interessen eines Einzelaktionärs wieder. Wir vermissen Tagesordnungspunkte welche die Verantwortung von Herrn Friedrichsen in vielerlei Hinsicht hinterfragen. Die kommende außerordentliche Hauptversammlung werden wir im Sinne aller Aktionäre organisieren“, kommentiert das Management des Windparkprojektierers die Verlangen der Deutsche Balaton AG. Deren Vertreter Thomas Zours, im Aufsichtsrat bei Deutsche Balaton AG aktiv, hatte bereits auf der ordentlichen Hauptversammlung von PNE Wind am vergangenen Dienstag Vorschläge zur Beilegung des Streits zwischen PNE-Chef Martin Billhardt und Aufsichtsratschef Dieter Kuprian auf der einen Seite sowie PNE-Großaktionär Volker Friechrichsen auf der anderen Seite gemacht.

Deutsche Balaton beantragt Sonderprüfungen

Die nun von Balaton vorgelegte Liste an Punkten, über die die außerordentliche Hauptversammlung abstimmen soll, ist umfangreich. Vor allem der „Antrag, den bestehenden Aufsichtsrat insgesamt abzuwählen, den Aufsichtsrat auf drei Personen zu verkleinern, die Entlastung von sämtlichen Mitgliedern von Vorstand und den Mitgliedern des Aufsichtsrats Kuprian, Dr. Fischer, Abhari, Vazquez, Dr. Aden und Rolfs zu verweigern“, könnte für diverse Kontroversen sorgen. Darüber hinaus fordert Balaton die Kürzung der viel kritisierten Bezüge des Aufsichtsrats sowie zwei Sonderprüfungen: Zum einen sollen die Vorgänge auf der jüngsten Hauptversammlung untersucht werden, nachdem diese turbulent und mit Polizeibesuch in einer Vertagung endete und anschließend Vorwürfe gegen Teile der PNE-Organe laut wurden – die Staatsanwaltschaft ermittelt. Zum anderen will Balaton Vergütungen und Zahlungen an Management und Aufsichtsrat seit 2008 überprüfen lassen. Die Sonderprüfungen soll laut Vorschlag der Deutsche Balaton der Rechtsanwalt Tino Sekera-Terplan aus München vornehmen, zudem will Balaton die PKF Deutschland zur Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für die Bilanz 2015 wählen lassen.

Kaufempfehlung für PNE Aktie, aber noch kein Kaufsignal

Derweil hat sich der Aktienkurs von PNE Wind nach den jüngsten Turbulenzen und dem Absturz auf 1,88 Euro wieder erholt. Im von deutlichen Kursgewinnen geprägten Marktumfeld am Montag klettert die Windenergieaktie bis auf 2,147 Euro und notiert gegen 13 Uhr bei 2,11 Euro mit 0,91 Prozent leicht im Plus. Die Aktie schafft es damit bisher allerdings nicht, eine wichtige charttechnische Hürde bei 2,07/2,14 Euro und 2,14/2,17 Euro zu überwinden. Solange dies nicht geschieht, bleiben die charttechnischen Rückschlagsrisiken hoch.

Daran ändert kurzfristig auch eine aktuelle Analyse mit einer Kaufempfehlung von First Berlin Equity Research für die PNE Wind Aktie nichts. Die Experten sehen ein Kursziel bei 4,40 Euro und bestätigen damit bisherige Einschätzungen. Man habe die Schätzungen nach dem jüngst gemeldeten Verkauf des UK-Geschäftes von PNE Wind angepasst. Die Experten von First Berlin erwarten für die Jahre 2015 bis 2017 je PNE Wind Aktie Gewinne von 0,06 Euro sowie 1,18 Euro und 0,30 Euro.

Update: Am Montagnachmittag hat auch Oddo Sedler die Kaufempfehlung für die Aktie von PNE Wind mit einem Kursziel von 4,50 Euro bestätigt. Die Experten gehen von deutlichen Belastungen aus, denen die Aktie derzeit durch die Unsicherheiten rund um die Hauptversammlung und den zugrunde liegenden Konflikt ausgesetzt ist. Die Windenergieaktie könnte von einer Refokussierung auf die Fundamentaldaten profitieren, so Oddo Seydler – mehr dazu auf www.4investors.de.

Tags: PNE Wind

About Author

Michael Barck

Chefredakteur cleantechaktien.de

Write a Comment

Your e-mail address will not be published.
Required fields are marked*