Solarworld-Pleite „nicht im Interesse von Hemlock“ – Aktie schwankt stark

Solarworld-Pleite „nicht im Interesse von Hemlock“ – Aktie schwankt stark

Der Schock über den gestrigen Kurssturz der Solarworld-Aktie sitzt tief. Zwar konnte sich der Aktienkurs des Solarenergieunternehmens vom Montagstief bei 5,48 Euro bis an die 10-Euro-Marke erholen, allerdings ist Verunsicherung an der Börse nach Medienberichten über eine Entscheidung des US-Bundesgerichts im Streit mit Hemlock zu spüren. Das Gericht hat bestätigt, dass sich Solarworld bei der Verteidigung gegen die Klage des Siliziumlieferanten Hemlock nicht auf europäische Kartellbestimmungen zurückziehen kann. Es ist nicht das einzige Argument zur Verteidigung, wie die Bonner betonen, es gebe mehrere gleichgewichtete Punkte. Dennoch hatte man insbesondere dieses Kartellrecht immer wieder angeführt.

Der US-Konzern pocht auf die Erfüllung von Lieferverträgen und will von den Bonnern bis zu 800 Millionen Dollar, wenn Solarworld Abnahmeverpflichtungen nicht nachkommt. Es ist ein Streit zwischen Siliziumlieferanten und Solarzellenproduzenten, wie er mehrfach in der vergangenen Zeit durch die Schlagzeilen ging – unter anderem bei Wacker Chemie, einem anderen Siliziumlieferanten. Bisher kam es zu Einigungen zwischen den Parteien, die Siliziumproduzenten behielten Anzahlungen ein und entließen die Solarkonzerne aus den Lieferverträgen.

Hoher Einigungsdruck bei Hemlock und Solarworld

Solarworld geht davon aus, dass man sich mit Hemlock einigen kann, so wie man sich zuvor auch schon mit Wacker Chemie einigen konnte. Analysten stützen diese Position. Hemlock habe kein Interesse an einer Pleite von Solarworld, glauben die Analysten der WGZ Bank. Die Bonner sind finanziell nicht einmal ansatzweise in der Lage, Zahlungen von bis zu 800 Millionen Dollar aufzubringen. Zudem besteht im Insolvenzfall ein Vorrang bei den Anleihegläubigern von Solarworld, sodass Hemlock bei einer Pleite der Bonner leer ausgehen dürfte. Schon deshalb ist bei beiden Unternehmen der Einigungsdruck hoch – Solarworld will das Damoklesschwert der Klage loswerden, Hemlock Geld sehen. Dass der Rechtsstreit noch einige Zeit dauern wird, ist abzusehen, bis zu einem Urteil werden wohl noch viele Jahre ins Land gehen.

Die gestrigen Meldungen über die Entscheidung des US-Bundesgerichts sorgen dennoch für eine größere Unsicherheit um die Solarworld Aktie. Dies berücksichtigen auch die Experten der WGZ Bank, obwohl man weiter von einer Einigung zwischen Hemlock und Solarworld ausgeht. Für die Aktie des Bonner Konzerns senken die Analysten das Kursziel von 15,10 Euro auf 10,30 Euro, aktuell notiert die Solarenergieaktie bei 9,587 Euro mit 3,66 Prozent unter dem gestrigen Schlusskurs, aber weit oberhalb des gestrigen Absturztiefs und weiter mit hoher Schwankungsfreudigkeit.

Categories: Analysten, News
Tags: Solarworld

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Michael Barck

Chefredakteur cleantechaktien.de

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