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EnviTec Biogas: Ein einheitlich geregelter Zugang zum Erdgasnetz bringt Chancen16.07.2010 (www.cleantech-aktien.de) - Jörg Fischer, Finanzvorstand bei EnviTec Biogas, zeigt sich im Gespräch mit www.cleantech-aktien.de mit der Entwicklung der Auftragslage besonders in Deutschland und Italien sehr zufrieden. Zu einer konkreten Prognose für das Jahr 2010 kann er sich aber nicht durchringen. www.cleantech-aktien.de: SES Research geht aufgrund der dynamischen Entwicklung beim Auftragseingang davon aus, dass das Auftaktquartal 2010 das letzte schwache Quartal von EnviTec Biogas gewesen sei. Stimmen Sie dem Experten zu? Fischer: Wir blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft. Bisher lief das Jahr 2010 für EnviTec Biogas gut, und wir erwarten, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzt. Unser Unternehmen rechnet in 2010 mit steigendem Umsatz und Ergebnis. Zielsetzung ist gewinnbringendes, nachhaltiges Wachstum durch den Verkauf und den eigenen Betrieb von Biogasanlagen und mit Dienstleistungen rund um den Bau und Betrieb von Anlagen. Vor allem wollen wir den ertragsstarken Betrieb eigener Biogasanlagen in Kooperation mit Partnern im In- und Ausland gezielt ausbauen. Es wäre jedoch unüberlegt, zum gegenwärtigen Zeitpunkt Prognosen für eine längerfristige Entwicklung zu geben, da der Einfluss der volkswirtschaftlichen und politischen Faktoren auf die Geschäftsentwicklung noch nicht vorhersehbar ist. Wir können zum Beispiel die Dauer von Genehmigungsverfahren derzeit immer nur schätzen, weil die Verfahren im Einzelnen sehr unterschiedlich verlaufen. Inzwischen zeichnen sich erfreulicherweise Fortschritte bei den Genehmigungsverfahren für die Biogasanlagen ab. Diese verlaufen in einigen Ländern mittlerweile schneller und effizienter als noch vor zwei Jahren. Die Entwicklungen des Jahres 2009 und des ersten Quartals 2010 zeigen, dass wir auch schwierige wirtschaftliche Phasen gut überstehen und sehr flexibel sind. Insofern bin ich überzeugt davon, dass wir in diesem Jahr die Weichen für weiteres ertragreiches Wachstum stellen werden. Ich möchte mich auf eine genaue Prognose jedoch nicht festlegen. www.cleantech-aktien.de: Wie hat sich das zweite Quartal entwickelt, was Aufträge, Auslastung, Umsatz und Ergebnis angeht? Gelingt ihnen nach dem Verlust im ersten Jahresviertel der Sprung in schwarze Quartalszahlen auf EBIT-Basis? Fischer: Wir konnten auf der Hauptversammlung am 24. Juni eine positive Bilanz für das erste Halbjahr ziehen. Wir befinden uns auf gutem Wege. Die Auslastung unserer Kapazitäten im Anlagebau hat deutlich zugenommen und wir bewegen uns im Rahmen unserer Erwartungen. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass ich Ihnen keine detaillierten Informationen über den Verlauf des zweiten Quartals geben kann, bevor wir am 26. August unseren Halbjahresbericht veröffentlichen. www.cleantech-aktien.de: Wie schätzen Sie die Entwicklung im zweiten Halbjahr vor dem Hintergrund der aktuellen Auftragsdaten ein? Fischer: Unser Unternehmen gehört nach wie vor zu den führenden Biogasanlagenherstellern in Europa und setzt sich gemessen am Umsatz, dem Leistungsspektrum und der Innovationskraft von anderen Marktteilnehmern ab. Fakt ist auch, das wir stetig neue Erkenntnisse gewinnen, die der Weiterentwicklung unserer Technologie zu gute kommen und die uns Vorteile gegenüber anderen Marktteilnehmern verschaffen. Mit unseren innovativen Biogasanlagen überzeugen wir Kunden im In-und Ausland. Wir konzentrieren uns auf die für uns attraktivsten Märkte, in denen Biogas die größten Erfolgsaussichten hat. Hierzu zählen neben Deutschland, dem weltweit größten Markt für Biogas, Länder wie Indien, Italien, Frankreich, Großbritannien, Tschechien und die Slowakei. Deutlich zeichnet sich ab, dass sich insbesondere diejenigen Auslandsmärkte positiv entwickeln, die eine attraktive und langfristig ausgerichtete Vergütung für Biogas implementiert haben. Mit der Entwicklung der Auftragslage sind wir besonders in Deutschland und Italien sehr zufrieden. Weitere Details wird es zur Veröffentlichung des Halbjahresberichts geben. www.cleantech-aktien.de: Können Sie die Aussichten für das Gesamtjahr 2010 für Umsatz und Ertrag gegenüber den bisherigen Aussagen konkretisieren? Fischer: Wie bereits erwähnt, fällt es unserem Unternehmen angesichts des noch immer von der Krise geprägten Marktumfeldes zurzeit noch schwer, eine dezidierte Prognose zu geben. Biogasanlagenbauer sind stark abhängig von volkswirtschaftlichen Entwicklungen und wirtschaftspolitischen Entscheidungen in Bezug auf den Energiesektor. In vielen europäischen Ländern stärken die Regierungen die Anbieter von Biogasanlagen mit neuen Gesetzen und einer attraktiven und langfristig ausgerichteten Vergütung, um den wichtigen Bereich der erneuerbaren Energien zu fördern. Die Weichen für den Ausbau der erneuerbaren Energien werden gestellt. Das ist zum Beispiel in Italien und Frankreich der Fall. In beiden Märkten steigt die Nachfrage und wir haben hier bereits viel versprechende Projekte begonnen. Wir erwarten auch großes Ertragspotential aus der Einspeisung von aufbereitetem Bioerdgas in das öffentliche Erdgasnetz. Die Bundesregierung stellte mit ihrem Koalitionsvertrag im Herbst 2009 zusätzliche Anreize in Aussicht, um die Einspeisung von Bioerdgas voranzutreiben. Wir sind dabei, alle Voraussetzungen zu schaffen, um von diesen Märkten und Ertragschancen zu profitieren. Die Aussichten sind für ein gut positioniertes Unternehmen wie EnviTec Biogas sehr gut. www.cleantech-aktien.de: Rechnen Sie damit, dass nach der Kürzung der Solarförderung verstärkt Mittel von Anlegern in andere Bereiche der regenerativen Energie fließen werden, zum Beispiel in den Biogassektor? Fischer: Die Biogasbranche blickt zuversichtlich in die Zukunft und es könnte sein, dass sie die Aufmerksamkeit von Anlegern stärker auf sich zieht. Es zeichnet sich ein Aufwärtstrend im Anlagenbau und hohes Potential durch die Einspeisung von Bioerdgas in das öffentliche Erdgasnetz ab. Die Entwicklungen stehen dabei erst am Anfang. Für eine zügige Weiterentwicklung der Branche wird die Optimierung der bestehenden Rahmenbedingungen in den Absatzmärkten eine Rolle spielen. Zusätzlich könnte ein europaweit einheitlich geregelter Zugang zum Erdgasnetz die Chancen für Biogas signifikant erhöhen. Informierte Anleger werden diese Faktoren bei Ihrer Kapitalanlageentscheidung berücksichtigen. www.cleantech-aktien.de: Welche Rolle soll mittel- bis langfristig der Eigenbetrieb von Biogasanlagen erreichen und wie werden die Verhältnisse im Vergleich zum Projektgeschäft sein, was die Volumina angeht? Fischer: Dem Segment Eigenbetrieb haben wir immer eine große Bedeutung zugemessen. Daran wird sich auch nichts ändern. Im Ausland - beispielsweise in Italien und Frankreich - nutzen wir die eigenen Anlagen auch als wichtige Referenzen, um potenzielle Kunden vor Ort von der Wirtschaftlichkeit der Biogasproduktion und dem Know-how unseres Unternehmens zu überzeugen. Die Entwicklung des ersten Quartals 2010 mit seinen sehr schlechten Wetterbedingungen zeigt, dass das Segment Eigenbetrieb unsere Geschäftsentwicklung wie erwartet stützt und stabilisiert. Mit dem Betrieb dieser ertragsstarken Anlagen sind wir im In- und Ausland unabhängiger von den Erlösen aus dem Anlagenbau für Kunden. Insofern wird die Bedeutung dieses Segments auch unabhängig von steigender Nachfrage im Segment Anlagenbau weiter zunehmen. Im laufenden Jahr wollen wir für 30 bis 50 Millionen Euro Anlagen im Eigenbetrieb bauen. Derzeit haben wir 20 Anlagen im Betrieb. www.cleantech-aktien.de: Kommt für Sie mit ihrer hohen Eigenkapitalquote zukünftig angesichts eines niedrigen Zinsniveaus auch ein Hebeln des Geschäftes mittels Fremdkapital in Betracht? Fischer: Wir wollen im Eigenbetrieb stark wachsen. Vor diesem Hintergrund haben wir auch mit der BKN biostrom ein Joint-Venture gegründet, um gemeinsam schneller voran zukommen. Natürlich ist es unser Ziel durch eine ausgewogene Kapitalstruktur unser Eigenkapital zu hebeln und mithin stärker zu wachsen und die Erträge zu optimieren. Aus diesem Grund kontrahieren wir für jede Projektgesellschaft eine Projektfinanzierung. In Deutschland und einigen ausländischen Märkten sind das mittlerweile standardisierte Finanzierungen. In jüngeren Märkten versuchen wir, gemeinsam mit den Banken tragfähige Konzepte zu entwickeln. (Autor: mic)
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